Timing.
Heute ist ein Freund von mir in der U-Bahn beim Schwarzfahren erwischt worden. Wäre er ein paar wenige Minuten früher oder später mit der U-Bahn gefahren – oder aber hätte er Zeit gehabt zu einem anderen Waggon zu gehen, dann wäre er jetzt bald nicht um 62,– Euro leichter. So ist es überall. Es kommt immer darauf an, wo man wann ist. Einmal wäre ich von einem Auto zusammengefahren worden, wäre ich kurz nachher weggegangen von der Firma. Und wäre ich nicht aufgehalten worden, wegen nichtigem Tratsch davor, hätte ich diese Schrecksekunde, dass ein Auto schnell noch abbremst, auch nicht gehabt. Man hätte bestimmte Menschen nicht kennengelernt, wenn man eine halbe Minute später dort gewesen wäre – oder früher. Ich hätte mich anders entschieden in manchen Situationen oder habe andere Umstände aufgefunden, weil ich zwei Minuten später dort war. So ist das Leben immer von dem richtigen Timing abhängig und somit von der Zeit. Was mich an das Buch Der Plan von der Abschaffung des Dunkels von Peter Høeg erinnert. Darin geht es um eine Schule, in der Zeit eine riesengroße Rolle spielt und alles bestimmt. Die beiden Protagonisten versuchen dann das System durcheinander zu bringen, indem sie die zentrale Uhr, die alles steuert, abschalten. Das könnte ich auch einmal wieder lesen. Was mich zur nächsten Problematik bringt – der Computer. Durch ihn lese ich viel weniger. Das stört mich wirklich. Mal sehen, vielleicht wird es in nächster Zeit. Tanzen, Saxophon, lesen. Pfu. Und dann auch noch arbeiten – klar. Aber es wird, es wird. Mir gehts gut.
jewel - 22. Feb, 18:24